Der Bericht von Imelda Schmid

Die Jubiläumsfahrt zum 10. "Geburtstag" meines Pegasus Liegerades:

Radmarathon Bern - Bodensee - Bern

Vorher
Im Herbst 2001 habe ich zum ersten Mal vom Radmarathon gehört. Rosmarie Bühler, passionierte und ambitionierte Liegeradfahrerin, war bei mir zu Besuch und erzählte von ihrer Teilnahme an diesem Ausdauertest. Meine Reaktion war, das könnte ich doch auch versuchen. Seit ich ein Pegasus Liegerad besitze, habe ich schon an diversen Ausdauerprüfungen teilgenommen. Unter anderem war ich drei mal in Schötz am 24-Stunden-Rennen. Im besten Versuch schaffte ich dort 542 km. Für den Radmarathon würde ich in der Kategorie Randonneuses 16 Stunden mehr Zeit haben für 67 km mehr Strecke und etwas mehr Höhenmeter. Das sollte doch locker drin liegen. Im Jahr 2002 konnte ich mich trotzdem noch nicht für eine Anmeldung entschliessen, zu wenig Zeit zum Trainieren und um die Verschalung des Pegasus zu komplettieren. Dieses Jahr jedoch entschied ich mich ziemlich bald nach Erhalt der Ausschreibung für die Teilnahme.
Also hiess es, die Verschalung zu planen und herzustellen. Eine "Nase" führe ich schon lange herum. In Schötz war ich 2 mal mit einem geliehenen Heck (im Rohbau) und einem zwischen diesem und der Nase gespannten "Pyjama" unterwegs. Diese Kombination hatte sich ziemlich gut bewährt. Deshalb wollte ich etwas ähnliches. Allerdings ist das Pegasus auch mein Geschäftsfahrzeug, mit dem ich im Alltag Einkäufe und Wachteleierlieferungen transportiere. Deshalb setzte ich folgende Rahmenbedingungen: Heck aus 2 Teilen, der obere leicht abnehmbar, so dass die Gepäckträgerfläche zum Beladen frei ist, der untere so geformt, dass die Velotaschen darunter Platz finden, das Ganze natürlich möglichst leicht. Mein Partner Hans machte für den Unterteil erste Formversuche mit einer 2 mm dicken Polyesterfolie. An einem Montag fanden wir uns bei Fahrradbau Stolz ein, um das ganze Heck zu planen und zu bauen. Robert Stolz sponserte uns grosszügig mit einigen Stunden Rat und Tat. Der Heckunterteil wurde fast fertig: die Polyesterfolie wurde an eine tropfenförmige Sperrholzplatte geschraubt, welche ihrerseits auf den Gepäckträger montiert wird. Der Oberteil sollte dann aus Styrofoamplatten geformt werden. Mit viel Elan und Ausdauer machte Hans sich an die Arbeit. Zuletzt wurde der Oberteil mit Epoxydharz überzogen. Meine Aufgabe war es dann noch, das vorhandene "Pyjama" anzupassen. Die letzten Nähte machte ich am 2. Juli abends... In voller Montur machte ich nur eine halbe Trainingsfahrt, von meinem Wohnort S-chanf auf die Forcola di Livigno und zurück. Im Anstieg zum Berninapass zog ich das "Pyjama" wegen zu heftigen Windes aus. Ich wollte nicht riskieren, von der Strasse geblasen zu werden. Auf der Forcola di Livigno kaufte ich den erlaubten zollfreien Liter 96 %-igen Alkohol, um später damit den Engadiner Iva-Likör zu brauen. Aber das ist eine andere Geschichte und die soll hier nicht erzählt werden. Auf der Abfahrt vom Berninapass erreichte ich eine Höchstgeschwindigkeit von 86 km/h, nicht schlecht, fand ich, auch wenn der Rückenwind kräftig mitgeholfen hat.
Am Donnerstag, 3. Juli, packten wir unsere 7 oder etwas mehr Sachen ins Auto und das Pegasus in Hans' Pferdeanhänger, den er eigens für diese Gelegenheit mit einer Fixiereinrichtung für das Stahlross (oder den Drahtesel?) ausgerüstet hatte. Wir verbrachten einen netten Abend beim Spaghettischmaus mit Futurebike-FreundInnen in Bern. Zwei Trainingsfahrten von Landquart nach Schenkon, zum Teil auf der Radmarathonstrecke, hatten meine Zuversicht, die 609 km in 40 Stunden locker zu schaffen, arg ins Wanken geraten lassen. Wir hielten es deshalb für angebracht, halbwegs beizeiten in die Federn zu kriechen, um am Freitag morgen bald nach 6 Uhr starten zu können. Lieber dann am Samstag vor 22 Uhr zurück in Bern sein, oder eben die gewährten 40 Stunden möglichst ganz zur Verfügung zu haben. Hans wollte keinen Rollentausch, ich auch nicht, also blieben wir dabei: ich Velo fahren, Hans Auto.

Der Marathon
Kurz vor 6 Uhr trafen wir im Startgelände Wankdorf ein. Auf der Kontrollmarke liess ich mir 6.15 Uhr als Startzeit notieren. Effektiv losgefahren bin ich dann doch erst um 6.20 Uhr. Schon 20 verschenkte Minuten. Es war angenehm kühl, trocken, jedoch bedrohlich bewölkt. Einigen Anfangsstress bereiteten mir die diversen Verkehrsampeln in der Stadt, denn mit dem "Pyjama" montiert, ist das Anfahren ein wenig ein Problem, ich kann das Bein nicht so seitwärts wie gewohnt auf den Boden stellen. Zum Glück waren die meisten Ampeln auf grün geschaltet bei meiner Durchfahrt, der gute alte Murphy hat wohl noch geschlafen. So war ich bald aus der Stadt heraus und es ging in flottem Tempo Richtung Nordosten. Schon bald setzte Regen ein und ebenso ein Rumpelgeräusch am Fahrrad, auf beides hätte ich ganz gut verzichten können. Gegen den Regen nützte Absteigen und Nachschauen naturgemäss nichts, das Rumpelgeräusch hingegen rührte vom geborstenen Hinterradschutzblech her und dieses liess sich, nach Demontage des Heckoberteils, mit Klebeband fixieren. Das fing ja schon gut an, dachte ich mir. Es blieb aber die einzige Panne auf der ganzen Reise. Sie bot auch gleich Gelegenheit, die Alarmierung von Hans im Begleitauto via Natel zu testen. Und diese funktionierte. So ging die Fahrt bald weiter, der Regen auch. Das "Pyjama" wurde nass und nässer, ich selber blieb aber darunter leidlich trocken. Für den Aufstieg zum Hauenstein zog ich es dann trotzdem aus und gab es Hans ins Auto zum Trocknen. Beim ersten Etappenort Waldenburg machten wir eine Ess- und Trinkpause, notierten die Etappendaten und ich versuchte, mich an den Tipp des Veranstalters zu halten, d.h. nur an den nächsten Etappenort zu denken, und nicht an den ganzen Rest der Strecke. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Auf der Abfahrt durch das Waldenburgertal die erste gefährliche Situation: ein Lastwagen überholte und bog vor mir rechts ab, der Blinker am Fahrzeugende funktionierte nicht. Ich konnte die Bremse genug schnell ziehen, so dass nichts passierte. Aber ich hätte alle Lust gehabt, den Chauffeur zu verfolgen, um ihm die Leviten zu lesen. Gegen Liestal zu fiel mir ein, dass da eine Freundin an der Strecke wohnt, aber ich hatte vergessen, sie zu alamieren, also gab es leider kein Rendez-vous. Am zweiten Etappenort Koblenz labte ich mich an einem Becher Müesli. Die Kommunikation zwischen mir und Hans im Begleitauto funktionierte tadellos. Ich sah Hans recht häufig. Wenn er mich überholte, nickte ich mit dem Kopf um mitzuteilen, dass alles in Ordnung sei, andernfalls schüttelte ich den Kopf und Hans hielt bei nächster Gelegenheit an, um meine Wünsche zu erfüllen. Nach Koblenz gab es eine kurze Verwirrung, ich wurde auf einen Radweg geschickt und dieser führte von der Strasse weg und dann der Wutach entlang. Das kam mir nicht ganz geheuer vor, sollte ich doch gemäss Routenbuch durch das Steinatal fahren. Also Telefon an Hans, darauf zurück auf die Hauptstrasse und von da bis Bonndorf konnte man nicht mehr verloren gehen. Die Beschreibung im Routenbuch trifft zu: "Die immer leicht ansteigende, kurvenreiche Strasse durch das Steinatal ist sehr schön. Wenig Verkehr, viel Wald und die frei fliessende Steina prägen das Landschaftsbild." Bloss wollte all diese Schönheit fast kein Ende nehmen. Sie hält nämlich rund 30 km lang an. Zum Zeitvertreib hörte ich auf die diversen Vogelstimmen, Singdrossel, Zaunkönig, Buchfink, Rotkehlchen usw. Endlich in Bonndorf angekommen, konnte ich mich auf die Teigwaren am nächsten Etappenort Ewattingen anfangen zu freuen. Als ich vom Sportplatz her wieder in die Hauptstrasse einbog, zischte ein anderer Radmarathon-Teilnehmer vorbei. Hat ihm vielleicht am Ende nicht ein Kontrollkleber im Routenbuch gefehlt? Ich sorgte mich nicht weiter darum, sondern machte mich auf den steilen Anstieg nach Blumberg gefasst. Aus den Berichten von TeilnehmerInnen 2002 wusste ich, dass ich dort wahrscheinlich auch ein Stück zu Fuss gehen würde. Und so war es denn auch. Ein bisschen Wadenstretching konnte ja nicht schaden. Es dauerte aber nicht allzu lange, bis ich wieder aufsitzen konnte. Der Rest dieser Etappe war reines Vergnügen, auch landschaftlich sehr reizvoll. Am Himmel drohten rabenschwarze Gewitterwolken, die Strasse war fast immer sehr nass, aber ich fuhr offensichtlich hinter dem Regen her und blieb trocken. Wenigstens hier hatte mein beschränktes Tempo einen Vorteil. In Ramsen machte ich wieder die übliche Pause von ca. 20 - 30 Minuten. Die Elite konnte sich solches natürlich nicht leisten. Eine Gruppe davon kam angebraust, die BetreuerInnen wechselten die Bidons aus, die Kontrollkleber wurden gefasst und schon ging die Reise weiter. Nun stand endlich eine flache Etappe bevor. Ich genoss die Abendstimmung auf der Fahrt dem Bodensee entlang Richtung Streckenhälfte in Rheineck. Dort übersah ich das Abzweigeschild zum Kontrollposten in der Zivilschutzanlage. Bei der kurz darauf folgenden Ortstafel Ruderbach bemerkte ich meinen Irrtum und kehrte um. Ich gönnte mir eine Dusche und frische Kleider. Dann stärkten wir uns mit einem weiteren Teller Teigwaren. Danach war es ca. 1 Uhr nachts. Ich beschloss, dass eine Verdauungspause nicht schaden könnte. Ausserdem waren wir in unserem Zeitplan drin, gemäss welchem wir gegen 18 Uhr wieder in Bern gewesen wären. So legten wir uns im Schlafraum auf eine Matratze. Den Wecker stellten wir auf 2 Uhr. Weder Hans noch ich schlief ein, aber etwas erholsam war das Liegen trotzdem. Bald nach dem Start begann es wieder zu regnen, aber ich war ja unter dem "Pyjama", siehe oben. Auf dem folgenden Teilstück hatten wir echte Probleme, die richtige Route zu finden. Offensichtlich waren einzelne Wegweiser umgeworfen oder entwendet worden. Wie kommt man bloss dazu, wo doch auf jedem Wegweiser der Hinweis angebracht war, wozu er diente. Nach einer Abzweigung mit Wegweiser war ich trotzdem nicht sicher, ob ich richtig war. Sowohl der Bestätigungswegweiser wie auch Hans fehlten nach dem Abbiegen. Ich hielt an und musste feststellen, dass ich keine Verbindung zu Hans bekam. Da stand ich nun allein in der finsteren, feuchten Nacht und ass zunächst einmal den Rest der mitgeführten Fruchtschnitten auf. Es gab auch danach keine Verbindung und so beschloss ich halt, weiterzufahren. Sehr erleichtert traf ich kurze Zeit später Hans wieder an. Bei einer der nächsten Kreuzungen machten wir offensichtlich etwas falsch, denn die Strasse endete in einer Baustelle mit anschliessendem allgemeinen Fahrverbot. Dabei waren wir einem Wegweiser "Liechtenstein - Schweiz" gefolgt. Das tönte doch verlockender als "Landeskrankenhaus", was richtig gewesen wäre. Also hiess es wenden und zurückfahren. Irgendwie, wahrscheinlich mit einigen Kilometern Zusatzweg, fanden wir wieder auf die richtige Strasse zurück. Ich war nicht böse, als es allmählich dämmerte und ich die Strasse wieder richtig sehen konnte. Bloss schade, dass ich noch nicht weiter vorangekommen war. In Sargans (6.30 Uhr) hatte ich so meine Zweifel, ob ich die Runde innerhalb der Zeit schaffen würde. Aber einerlei, mein primäres Ziel war es, die ganze Strecke zu fahren, natürlich lieber innerhalb der gegebenen Zeit. Die Strecke ab Sargans kenne ich ziemlich gut. Schon bald hiess es entscheiden, ob über den Kerenzerberg oder untendurch, wie es für die gewöhnlich Sterblichen erlaubt gewesen wäre. Ich hatte kein Lust auf schlecht beleuchtete Tunnels und Naturstrassen und fühlte mich sehr wohl imstande, den Kerenzerberg zu fahren. Schliesslich hatte ich das auch schon zweimal trainingshalber getan. Für die Aufstiege zog ich das "Pyjama" jedesmal aus, es ist da mehr hinderlich als nützlich. Es regnete wieder einmal und so wurde ich halt nass. Eine nette Aufmunterung im Aufstieg war das Düdado des Postautos, chauffiert von einer Freundin. Oben angekommen, legte ich mich trocken, zog die dicken Handschuhe und die Pelerine an und stürzte mich in die Abfahrt, froh, der "Waschküche" (Nebel) zu entkommen. Trotz der warmen Kleider fror ich, die Abfahrt war deshalb nur ein mässiges Vergnügen. Ich war nachgerade froh, unten zu sein, während ich sonst immer etwas frustriert bin über das Missverhältnis zwischen der Zeit, die ich für einen Aufstieg brauche und der Zeit, während der ich die entsprechende Abfahrt geniessen kann. Für einen Besuch bei meiner Freundin vom Veloatelier Linth in Mollis konnte ich leider keine Zeit opfern, aber Hans war dort und kaufte noch einige Energieriegel ein. Dafür legte ich einen Boxenstopp im Schuhhaus Kessler in Siebnen ein, das von einer anderen Freundin geführt wird. Im Hinterraum des Ladens liess ich mir die Beine mit Perskindol schmieren und verbrachte eine nette Pause mit meiner Freundin. Kurz vor Pfäffikon gab es zwei von den ach so netten AutomobilistInnen, die manchmal RadfahrerInnen umbringen wollen. Ich wollte auf dem Radstreifen die langsam fahrende Autokolonne überholen. Die erwähnten zwei Personen konnten mir und den beiden hinter mir folgenden Radmarathonteilnehmern dies offenbar nicht gönnen und drückten nach rechts, so dass wir beinahe zwischen Auto und Trottoirrandstein eingeklemmt worden wären. Zum Glück nur beinahe. Am Etappenort Pfäffikon hätte es nur eine kurze Pause geben sollen, aber der Schutzblechverband musste erneuert werden, so dass es doch etwas länger dauerte. Und dann ging es auf das letzte grosse Hindernis der Reise zu, den Aufstieg nach Schindellegi - Rothenthurm. Die zwei steilsten Stücke legte ich wieder zu Fuss zurück. Etwas vor mir waren zum Trost zwei andere Teilnehmer ebenfalls am Schieben. Das war allerdings, wie wir später erfuhren, pannenbedingt. Zum Glück für die beiden gibt es ausgangs Schindellegi ein Velogeschäft, welches das defekte Tretlager auswechseln konnte. Davor gab es für mich noch eine unangenehme Situation zu bewältigen. Beim Dorfeingang Schindellegi stand eine Tafel "Durchfahrt gesperrt". Also fuhr ich auf der Hauptstrasse weiter und strandete vor der Unterführung, die für Velos verboten ist. Was nun? Es herrschte starker Verkehr, aber ich wagte es trotzdem, in eine Lücke der Autokolonne zu fahren und die nachfolgenden Fahrzeuge solange hinter mir her schleichen zu lassen, bis ich die ansteigende Passage mit vielleicht 10 km/h durchfahren hatte. Nach Biberbrugg gab es noch einige kleine Steigungen zu bewältigen und dann kam die wohlverdiente Abfahrt nach Arth, auf die ich mich schon lange gefreut hatte. Zwischendurch schaute ich nach, bis wann der Kontrollposten Emmenbrücke geöffnet hatte: 17 Uhr, das war noch problemlos zu schaffen. Schon kritischer war es mit dem letzten Etappenort, Affoltern i.E. Ich legte mich ins Zeug, was meine Beine noch hergaben. Es fiel mir auch nicht schwer, in Gettnau nicht rechts abzubiegen, wie jeweils beim 24-Stunden-Rennen über 50 mal getan. Den Schlussanstieg nach Affoltern nahm ich ca. 19. 40 Uhr in Angriff, so dass ich gerade 5 Minuten vor Kontrollschluss, der, wie wir dann erfuhren allerdings nicht so eng interpretiert wurde, oben ankam. Ein feines Joghurt schlabbern, etwas anziehen für die Abfahrt und weiter ging's. Nur noch 35 km bis Bern, und das mehrheitlich abwärts, meinte ich. Von Oberburg bis Lindenthal gab es dann trotzdem noch einige Höhenmeter zu bewältigen. Doch zweifelte ich nicht mehr, dass ich den Rest bis 22 Uhr noch schaffen würde. Und so war es denn auch. Die letzten Kilometer wurde ich nebst meinem treuen Begleiter Hans auch vom Besenwagen eskortiert. Das heisst, ich bin im Verlauf der Rundfahrt von fast zuvorderst bis ganz zuhinterst durch das Feld gepurzelt. Aber um 21.45 Uhr bog ich ins Ziel ein und war zufrieden mit mir. Ich hatte die Jubiläumsfahrt zum 10. "Geburtstag" meines Liegerades innerhalb der Zeit geschafft. Hans kümmerte sich um mein Diplom und ich schaute beim Masseur vorbei. Dieser hatte Mitgefühl und knetete als letzte auch noch meine Beine durch. In unserem Nachtquartier in Bern angelangt gönnten wir uns ein Bad, Sekunden nach dem Abliegen im Bett waren wir alle beide im Land der Träume.

Nachher
Am Sonntag setzte ich mich ausnahmsweise nicht aufs Velo, sondern wir fuhren mit dem Auto zu Hans nach Hause, unterwegs noch Verwandte besuchend. Diese mussten sich unsere Erlebnisse anhören und waren gebührend beeindruckt. Am Montag ging die Reise per Auto und Zug nach Hause ins Engadin. Am Dienstag stand die erste Velofahrt nach dem Marathon an, allerdings nur ein paar Hundert Meter. Der Muskelkater war noch ziemlich heftig, aber Velo fahren liess es sich trotzdem. Bis am Donnerstag hatte er sich gelegt. So konnte ich am folgenden Samstag zuversichtlich in die Tschiervahütte aufsteigen, diesmal zu Fuss. Am Sonntag ging die Tour von dort über Gletscher und Felsen in 6.5 Stunden auf den Piz Roseg (Berninamassiv). Schon wieder konnte ich zufrieden sein mit dem Erreichten. Der Rückweg dauerte fast gleich lang wie der Aufstieg, mit dem Abstieg ins Tal sogar noch länger. Und am folgenden Tag, was wohl? Muskelkater, ärger als nach dem Radmarathon. Habe ich nicht schon immer gesagt, dass Velofahren auf einem Liegerad viel bequemer ist, als zu Fuss gehen? Und natürlich viel bequemer als Rennvelo fahren. Nach ein paar Tagen war auch der Piz Roseg-Muskelkater verflogen und es bleibt die Erinnerung an zwei nicht alltägliche sportliche Taten, von denen ich bestimmt noch lange erzählen werde.